Meeresangeln in Norwegen

Die überwiegende Mehrheit der Norwegenfahrer ist zweifellos hauptsächlich am Meeresangeln interessiert. Atemberaubende Landschaften und der große Fischreichtum machen das Meeresangeln in Norwegen zu einem unvergleichlichen Erlebnis.

Bevor es losgeht, sollte man sich noch mit einigen eher „lästig“ erscheinenden Sicherheitssachen auseinandersetzen, die aber im Ernstfall über Leben und Tod auf dem Atlantik entscheiden können. Wir haben eigens über die Sicherheit auf See einen umfassenden Artikel geschrieben, in dem Ihr euch über verschiedene Aspekte informieren könnt. Den Artikel könnt ihr hier nachlesen.

Das Meeresangeln in Norwegen umfasst drei Bereiche. Das Bootsangeln mit Kunstködern und Naturködern, das Offshore-Angeln weit vor der Küste und das Uferangeln.

Widmen wir uns zunächst dem Bootsangeln, das man in aller Regel mit den Angelbooten durchführen kann, die bereits zum gemieteten Ferienhaus gehören.
Beim Angeln mit Kunstködern vom Boot aus, muss man sich zunächst fragen auf welche Fische man es eigentlich abgesehen hat. Beim Angeln auf Schwarmfische wie Makrelen, Heringe oder kleine Seelachse muss man keine großen Tricks anwenden um zum Erfolg zu kommen. Ein einfaches handelsübliches Paternoster aus echter Fischhaut oder Gummi-Makks bringen teilweise Unmengen dieser Schwarmfische an den Haken. Nicht selten passiert es, dass alle 5 Haken des Paternosters besetzt sind.
Hat man es dagegen auf größere Fische wie zum Beispiel Dorsche oder große Seelachse(Köhler) abgesehen und vertraut auf Kunstköder, dann sind Pilker eine gute Wahl. Pilker gibt es in nahezu in allen Farben, Gewichten und Formen und können so perfekt auf die jeweiligen Angelbedingungen abgestimmt werden. Bei ruhier See und strahlendem Sonnenschein ist es normalerweise am Besten auf leichte und dunkle Pilker zu setzen, während man bei starkem Wind mit einhergehender Drift und wolkenbedecktem Himmel auf schwerere, schnell sinkende und stark schimmernde Pilker setzen sollte.

Doch wie funktioniert das Pilken eigentlich?
Der Pilker wird einfach in einen Wirbel ans Schnurende eingehakt und dann zum Grund abgelassen. Dann kurbelt man die Schnur mit ein paar Umdrehungen etwas ein und hebt die Rute auf und ab um ein Tänzeln des Pilkers knapp über Grund zu bewirken, dass einen kranken verletzten Fisch imitieren soll. Dies wiederholt man einfach eine Weile bis ein Anbiss erfolgt. Sollte sich nichts tun muss man entweder den Angelplatz wechseln oder in anderen Tiefen pilken. Viele Fische stehen nicht nur direkt überm Grund sondern jagen auch im Freiwasser. Da es aber deutlich schwieriger ist eine beliebige Mittelwassertiefe zu wählen, sollte man in diesem Bereich nur angeln, wenn das Boot über ein Echolot verfügt, mit dem man erkennen kann, dass sich Fische im Freiwasser tummeln.

Eine seit einigen Jahren in Mode gekommene Angeltechnik beim Meeresangeln in Norwegen ist das sogenannte Speedpilken. Hierbei wird mit relativ leichtem Angelgerät und kleinem Pilker gefischt. Der Pilker wird entgegen der Drift ausgeworfen und sobald er sich fast unterm Boot befindet, wird der Köder so schnell wie nur irgendwie möglich eingekurbelt. Je nach Belieben kann man noch einen Spin-Stop einlegen und dem Pilker eine 2-3 sekündige Verschnaufpause gönnen. Diese Angeltechnik sorgt für teilweise brachiale Anbisse von großen Seelachsen, die einen Mordsspass im Drill bereiten. Natürlich ist das Speedpilken auf Dauer sehr kräftezehrend für den Angler, aber es empfiehlt sich auch aus Gründen der Abwechslung eine Speedpilk-Ausrüstung mit an Bord zu haben. Wenn man dann erschöpft ist, kann man sich dem deutlich entspannterem Naturköderangeln vom Boot widmen…

Das Naturköderangeln vom Boot erfolgt in verschiedenen Formen. Die einfachste Variante ist es, einfach die Haken von Pilkern oder Vorfächern (z.B. Octopus-Paternoster) mit Fischfetzen zu garnieren. Das wäre dann quasi die gemischte Variante aus Kunstköder- und Naturköderangeln. Natürlich kann man auch blanke Haken oder spezielle Naturködersysteme mit Fischfetzen oder ganzen Köderfischen bestücken. Hierzu eignen sich besonders die öligen, fettreichen Fischarten, die eine stärkere Duftwolke im Wasser verbreiten. Hierzu zählen hautpsächlich Makrelen und Heringen. Viele Angler schwören aber auch auf Seelachse.

Welche Fische auf welchen Köder beißen, könnt Ihr auch auf unserer Übersicht Fische und Köder ausführlich nachlesen.

Der letzte Bereich des Bootsangelns stellt das Schleppfischen auf Lachse dar. Auch hierzu haben wir einen eigenen Artikel inklusive Video bereitgestellt, um Euch diese Angeltechnik näher zu bringen. Hier könnt Ihr den Artikel „Lachstrolling“ lesen.

Offshore-Angeln
Das Offshoreangeln beschreibt das Angeln weit vor der Küste, Offshore eben. Es versteht sich von selbst, dass die Anforderungen an die Sicherheit hier noch eine Stufe größer sind. Der Atlantik ist keine Spielewiese und verzeiht kaum Fehler. Das Boot muss dementsprechend seetüchtig sein und widrigen Bedingungen problemlos standhalten um ein angenehmes Angeln zu ermöglichen und den Angler sicher nach Hause bringen zu können.
Beim Offshore-Angeln, dem wahren Hochseeangeln in Norwegen, fallen die Fänge deutlich größer aus als ohnehin schon. Dorsche und Seelachse jenseits der 10kg Marke sind hier keine Seltenheit mehr. Aber auch große Lengs, Lumbs und Rotbarsche kann man beim Hochseeangeln gut erbeuten.
Wenn man vorhat, mit den üblichen mittelgroßen Booten weit rausfahren zu wollen, sollte man unbedingt vorher seinen Vermieter informieren und die Fahrt am Besten nur mit mehreren Booten zugleich durchführen. Im Ernstfall kann man sich so gegenseitig zur Hilfe kommen.

An verschiedenen Orten und Inseln entlang der norwegischen Küste kann man professionell durchgeführte Hochseeangeltouren mitmachen. Diese kosten natürlich eine teilweise stattliche Gebühr aber man kann so sicher gehen, dass man auf ausreichend robusten Booten mitfährt und einen guten Guide an der Seite hat, der einem Tipps und Tricks für das Offshore-Angeln in Norwegen geben kann.

Uferangeln
Die wohl entspannteste Angelvariante ist das Uferangeln. Mit der leichten Spinnrute und Blinkern zwischen 20-60g macht es einen Mordsspass auf die kampfstarken Makrelen oder Seelachse zu gehen. Aber auch Dorsche und Pollack kann man auf diese Weise an den Haken kriegen.
Wem auch das Blinkern noch zuviel Action ist, kann sich auch beim Grundangeln mit Naturködern (meist Fischfetzen oder Reker/Shrimps) versuchen. Hier geht sprichwörtlich alles an den Haken, was sich im Wasser tummelt. Je nachdem auf welchem Untergrund man angelt, reicht die Palette von Plattfischen, zu Dorschen, Knurrhahn, Anglerfisch, Seelachsen usw… Selbst die berühmten norwegischen Taschenkrebse haben wir schon mehrmals am Haken gehabt, als sie sich am Hakenvorfach verfangen haben.