Angelruten

Dass Rute nicht gleich Rute ist, wird einem spätestens beim ersten Besuch in einem Angelgeschäft bewusst. Gerade als Anfänger wird man von der Angebotsvielfalt geradezu erschlagen.

Wir wollen etwas Licht ins Dickicht bei Angelruten bringen und stellen Euch die unterschiedlichen Rutenmodelle vor.

Teleskopruten
Teleskopruten sind ausziehbare Angelruten und somit sehr platzsparend und damit ideal für Reisen geeignet. Man muss aufgrund der Bauweise leichte Einbußen bei der Qualität hinnehmen, aber für viele Angelzwecke sind die meist 3-5 teiligen Ruten absolut ausreichend geeignet.

Steckruten
Steckruten sind die wohl beliebteste Rutenform heutzutage. Sie bestehen im Gegensatz zu Teleskopruten aus mehreren Rutenteilen, die ineinander gesteckt werden. Dadurch können mehr Rutenringe angebracht werden, was für eine bessere Lastenverteilung und somit für ein stärkeres Rückgrat sorgt. Steckruten sind demnach leistungsstärker und trotzdem ähnlich platzsparend. Auch Steckruten sind somit für Reisen bestens geeignet.

Feederruten
Feederruten sind speziell entwickelte Ruten zum Futterkorbangeln auf Weißfische. In der Regel werden sie als Steckruten angeboten und sind ca. 5m lang.

Stippruten (Stippe)
Stippruten sind sehr lange Ruten (ca. 5-16m) für das Stippen und kommen gänzlich ohne Rolle aus. Die Schnur wird einfach an der Rutenspitze befestigt und somit ist ein direktes Angeln über dem anvisierten Angelplatz möglich. Stippruten gibt es in verschiedenen Ausführungen. Die gängigsten Modelle sind Teleskop-Stippruten und Steck-Stippruten. So wird die beachtliche Länge der Stippruten auf ein Minimum reduziert.

Bootsruten
Bootsruten für das Meeresangeln gehören zu den absolut robustesten und stabilsten Angelruten, da die Anforderungen aufgrund der größeren Fische deutlich höher sind als beispielsweise beim Angeln auf Friedfische. Meeresruten gibt es in den meisten Fällen als 2-3 teilige Steckruten und in den stabilsten Ausführungen sogar als Einteiler. Bei den Rutenringen wird bei einigen Modellen für das schwere Meeresangeln auf Rollen zurückgegriffen um die Last noch besser verteilen zu können.
Um Bootsruten gut und vor allem sicher an Bord befestigen zu können, empfehlen sich Bootsrutenhalter.

Carbonruten
Carbonangeln sind besonders leichte Ruten, die auch nach Stunden des Angelns immernoch angenehm in der Hand liegen. Auch Carbonruten werden sowohl als Teleskopruten als auch als Steckruten im Handel angeboten. Preislich liegen sie im oberen Niveau, aber für viel Komfort muss man bekanntlich auch etwas mehr Geld ausgeben.

Wallerrute
Wallerangelruten haben ähnlich wie Bootsruten immense Ansprüche ans Material. Regelmäßig werden Waller jenseits der 100kg Marke gefangen, da braucht man natürlich eine absolut erstklassige Wallerrute um diesen Kräften standhalten zu können. Die meisten Wallerruten sind zwischen 2,20-3,20m lang und sind ein- oder zweiteilig. Für die Spitzenmodelle muss man ca. 500 € einkalkulieren.

Grundrute
Grundruten sind wie der Name schon vermuten lässt, für das Angeln auf Grund konzipiert worden. Meistens sind sie mindestens 3m lang und für weite Auswürfe mit dem Grundblei oder Futterkorb ideal geeignet.

Winklepicker
Winklepicker sind ebenfalls Grundangelruten, mit dem Unterschied, dass sie über eine extrem sensible Rutenspitze verfügen. Die Rutenspitze bei Winklepicker-Ruten zeigt auch feinste Bisse sehr deutlich an.

Kopfruten
Kopfruten werden beim Stippangeln verwendet. Sie sind in der Teleskopbauweise bis ca. 10m lang und in der Steckvariante bis zu 16m lang. Kopfruten haben keine Angelrolle und sind aufgrund ihrer großen Länge ideal geeignet um zielgenau große Bereiche des Angelgewässers zielgerichtet zu beangeln.
Kopfangelruten sind leider nicht die günstigsten Angelruten. Einfache Modelle gibt es zwar schon ab ca. 100 € zu kaufen aber für die Top-Modelle kann man durchaus bis zu 1.000 € hinblättern.

Inline Rute
Inline-Ruten stellen eine außergewöhnliche Form der Angelruten dar. Sie haben keine Rutenringe durch die die Schnur geführt wird. Bei Inline-Angelruten verläuft die Schnur durch die Rute selbst. Das hat den Vorteil, das die Krafteinwirkung auf die komplette Rute übertragen wird und nicht nur von Ring zu Ring. Allerdings muss man klar sagen, dass Inline-Ruten bestenfalls einen Nischenmarkt besetzen. Bei Anglern überwiegt hier oft die Skepsis, gerade was die Abnutzung der Angelschnur angeht. Allerdings ist die Qualität von Inline-Ruten oft absolut hervorragend. Viele Angler sind bei ihren ersten Begegnungen mit dieser Rute geradezu begeistert. Leichte Abzüge gibt es lediglich für die entstehenden Geräusche beim Einholen der Schnur.

Bambusruten
Bambusruten sind schöne Naturruten aus Bambus, die es durchaus auch mit Kohlefaser- oder Kunststoffruten aufnehmen können. Bambusangelruten sind sehr biegsam aber verfügen dennoch über ein starkes Rückgrat.

Vollglasrute
Vollglasruten bestehen aus Glasfiber, einem äußerst robusten Material, dass extremen Belastungen standhalten kann. Daher werden Vollglasruten zum Beispiel beim Schleppfischen erfolgreich eingesetzt. Aufgrund ihrer Vollglasbauweise sind sie allerdings deutlich schwerer als Hohlglasruten.

Hohlglasruten
Hohlglasruten sind wesentlich leichter als Vollglasruten und sind gerade für längere Angelansitze weitaus angenehmer. Trotz der Hohlglasbauweise, ist die Leistungsfähigkeit der Hohlglasruten fast identisch mit der von Vollglasruten.

Brandungsruten
Brandungsruten müssen hauptsächlich in der Lage sein, extreme Wurfweiten erzielen zu können. Gerade wenn vom Strand aus gefischt wird, ist es oftmals notwendig den Köder möglichst weit draussen zu platzieren. Brandungsruten sind deshalb mit ca. 4-5m Länge recht lange Ruten, die dadurch über exzellente Hebelwirkungen verfügen. Es gibt sie sowohl als Teleskop-Brandungsruten als auch als Steckruten. Zur Ablage der Ruten am Strand wird ein Brandungsdreibein oder ein Brandungsrutenhalter verwendet.

Universalrute
Universalruten gibt es in dem Sinne eigentlich nicht. Wer optimal angeln möchte, benötigt je nach Angeltechnik, Zielfisch und Gewässer komplett unterschiedliche Angelruten. Für das Meeresangeln auf große Fische benötigt man selbstredend anderes Material als beim Fischen am Dorfteich. Trotzdem bietet der Handel oft Einsteigermodelle an, die häufig gleich als Set mit Rolle, Schnur und ersten Spinnködern günstig verkauft werden. So haben zweifellos schon viele Neulinge den Weg zum Angeln gefunden, was natürlich sehr erfreulich ist. Je länger man jedoch aktiv angelt, desto höher werden in der Regel auch die Ansprüche an die Geräte und da reicht die Universalrute dann oft nicht mehr aus. Aber gerade für kleinere Kinder sind Universalruten durchaus geeignet um sie ans Angeln heranzuführen ohne viel Geld ausgeben zu müssen.

Reiseangel
Reiseangelruten sollen vor allem leicht verstaubar sein. Es gibt keine speziellen Ruten für die Reise, aber was man darunter eigentlich versteht sind vor allem Teleskopruten oder kleinteilige Steckruten, die sich auf eine geringe Transportgröße verkleinern lassen können und so praktisch in jeden Kofferraum passen.

Zanderrute
Zanderruten verfügen meist über Wurfgewichte von 20-60g und zeichnen sich durch eine sehr feinfühlige Rutenspitze aus, die die rasanten Fluchten des Zanders gut abfedern können muss.

Matchruten
Matchruten wurden vor allem in England für Angel-Wettkämpfe konzipiert. Hauptsächlich hat man es beim Posenangeln mit der meist 3,90m langen Matchrute auf Friedfische abgesehen, die dank der Spitzenaktion der Rute, dafür hervorragend geeignet ist.

Sbirolino-Rute
Sbirolinoruten sind sehr feine Ruten mit einer Länge zwischen 3,50-4,80m, die zum Beispiel beim Angeln auf Forelle, Zander oder Barsch eingesetzt werden. Die Rutenspitze ist sehr sensibel und zeigt Bisse optimal an. Der gewöhlte Köder sollte aufgrund der speziellen Sensibilität der Sbirolino-Angelruten jedoch auf jeden Fall im angegeben Bereich bleiben, da sonst Schäden bis hin zum Rutenbruch entstehen können. Sbirolinoruten gibt es sowohl als Teleskopruten als auch als Steckruten.

Spinnruten
Spinnruten sind Angelruten, die für das Angeln mit Kunstködern wie Blinker, Spinner und Wobbler entwickelt wurden. Da die Hauptzielfische beim Angeln mit Kunstködern Raubfische sind, muss die Rute stabil genug sein um auch bei harten und langen Drills noch über genügend Kraftreserven zu verfügen.

Einhandrute
Die Einhandrute ist eine Angel die beim Fliegenfischen verwendet wird. Sie ist optimal geeignet um sich erstmalig mit der Fliegenfischerei vertraut zu machen.

Zweihandrute
Zweihandruten sind ebenfalls Fliegenruten, die allerdings im Gegensatz zur Einhandrute beidhändig für den Fang von kapitalen Lachsen und Forellen verwendet werden.

Meerforellenrute
Meerforellenruten sind speziell konzipierte Angelruten für das Angeln mit Kunstködern auf Meerforellen. Sie sind meistens ca. 3 m lang mit Wurfgewichten im Bereich von ca. 10-50g.

Stellfischrute
Stellfischruten sind im Grunde Stippruten für Raubfische, mit dem entscheidenden Unterschied, dass hier auch eine Rolle an der Stellfischangel montiert wird. Die Länge von Stellfischruten beträgt meistens zwischen 6-9m und wird gerne zum Angeln auf Hechte oder andere Raubfische mit einem Köderfisch eingesetzt. Der Köderfisch wird dabei normalerweise nicht ausgeworfen sondern eher über der gewünschten Stelle abgelassen und somit nahezu geräuschlos platziert. Die an der Stellfischangelrute befestigte Rolle wird demnach eigentlich nur im Drill benötigt.